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Neben der "Wissensspirale" von Nonaka / Takeushi 1 bildet die "Bausteine des Wissensmanagements nach Probst / Raub / Romhardt 2 eines der ersten umfassensten Modelle im Wissensmanagement.

Bausteine des Wissesnmanagement

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Wissensziele
  2. Wissensidentifikation
  3. Wissenserwerb
  4. Wissensentwicklung
  5. Wissensverteilung
  6. Wissensnutzung
  7. Wissensbewahrung
  8. Wissensbewertung

 

1. Wissensziele

Derartige Wissensziele sollten aus den grundsätzlichen Organisationszielen  abgeleitet  werden. Man bezeichnet  derartige Ziele deshalb auch als  "derivative Organisationsziele", da sie sich aus den Organisationszielen  ableiten. Die Abhängigkeit der Ziele sollte möglichst auch grafisch abgebildet  werden, um das Zusammenspiel  zwischen den verschiedenen Zielkategorien  zu zeigen. Hierzu bietetn sich zum Beispiel Strategie Maps an. Dies  setzt  jedoch eine klare Formulierung der Unternehmensziele voraus, die  sich auf  mehrere Zielkategorien  erstrecken und nicht nur rein monetären Charakters  sind. 
 

Die Identifikation von Wissenszielen als Kernaufgabe des Managements steht am Anfang und dient zur Planung als Grundlage für Kontrolle und Umsetzung. Sie beziehen sich auf wissens-bezogene Unternehmensziele auf normativer, strategischer und operativer Ebene und geben Lernprozessen eine Richtung bzw. machen den Erfolg von Wissensmanagement überprüfbar.  

2. Wissensidentifikation

Wissensidentifikation bedeutet Schaffung von Transparenz über internes und externes Wissen. Insbesondere geht es um die Analyse und Beschreibung von Wissen im Unternehmen und im Wissensumfeld. Intransparenz entsteht durch Dezentralisierung, Globalisierung, Lean Management, Restrukturierung und Fluktuation. 

3. Wissenserwerb

Beim Wissenserwerb geht es um den Import von Wissen aus externen Quellen. Der Wissenserwerb kann durch folgende Aktivitäten erreicht werden:

  • Erwerb von Wissen externer Wissensträger (Rekrutierung von eigenem Personal, externe Berater),
  • Erwerb von Wissen anderer Unternehmen (Kooperationen jeglicher Art, Unternehmenszukäufe) 
  • Erwerb von Stakeholderwissen (Kunden, Lieferanten)
  • Erwerb von Wissensprodukten

4. Wissensentwicklung

Wissensentwicklung ist als komplementärer Baustein zum Wissenserwerb zu sehen, bei dem die eigene Produktion neuer Fähigkeiten, Produkte, neuer und besserer Ideen sowie leistungsfähigerer Prozesse im Mittelpunkt steht. Dabei entstehen Innovationsbarrieren, welche die Entstehung und Förderung neuen Wissens behindern können. Schlüsselbereiche für die kollektive Wissensentwicklung sind Kommunikation, Transparenz und Integration. 

5. Wissensverteilung

Die Wissens(ver)teilung ist eine zwingende Voraussetzung, um isoliert vorhandenes oder auch implizites Wissen der gesamten Organisation als explizites Wissen zur Verfügung zu stellen. Die Wissensverteilung kann sich entweder auf zentral gesteuerte Verteilung auf eine festgelegte Gruppe oder auf Mitteilen von Wissen unter Individuen beziehen. Die Aufgaben sind: Multiplikation von Wissen, Sicherung und Teilung von gemachten Erfahrungen und simultaner Wissensaustausch, der direkt zu Wissensentwicklung führt. Kulturelle Teilungsbarrieren können der Wissens(ver)teilung im Weg stehen. Bei der Beschäftigung mit em Thema Wissensverteilung ist deshalb das Thema der Wissenskultur als wesentlicher Aspekte mit zu berücksichtigen.

6. Wissensnutzung

Wissensnutzung ist der produktive Einsatz von organisationalem und persönlichem Wissen. Wissensmanagement sollte dabei einen Kontext schaffen, in dem die Wissensnutzung erleichtert wird und tatsächlich stattfinden kann. Es gilt dabei die vorhandenen Barrieren zur Wissensnutzung zu identifizieren und zu beseitigen. Zur Verbesserung der Wissensnutzung sollten in allen Bausteinen die Bedürfnisse der Wissensnutzer erfasst werden. 

7. Wissensbewahrung / Wissenssicherung

Die Bedeutung des organisatorischen Gedächtnisses steht im Zentrum dieses Bausteins und bildet ein System von Wissen und Fähigkeiten, das gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt als Grundlage für neues Wissen abgerufen werden kann. Zur Wissensbewahrung sind die Prozesse der Selektion, Speicherung und Aktualisierung von wertvollem, zielrelevantem Wissen notwendig. Durch Anreizsysteme und Austrittsbarrieren können darüber hinaus Fachleute mit für das Unternehmen wichtigen Expertisen an die Organisation gebunden werden. Der Baustein der Wissenssicherung hat maßgebliche Auswirkung auf die spätere Wissensbewertung.

8. Wissensbewertung

Entsprechend der definierten Wissenszielen auf normativer, strategischer und operativer Ebene sollten entsprechende Instrumente zur Messung und Berechnung des Nutzen und damit des Wertes des Wissens und des Wissensmanagements insgesamt eingesetzt werden. Hierbei bewährt sich die Qualität der formulierten Zielvorstellungen.  Neben einer allgemeinen Nutzenrechnung kann an dieser Stelle das Instrument der Wissensbilanzierung genutzt werden. Eine fehlende Bewertung im Zusammenhang mit unzureichender Zielformulierung ist der häufigtse Grund für das Scheitern von Wissensmanagementprojekten.